VORBILDER

»Seit meinem siebten Lebensjahr interessiere ich mich für das Puppenspiel. Gerade die geschichtliche Entwicklung des Kaspertheaters im 19, Jahrhundert fasziniert mich bis zum heutigen Tag. Im Laufe der Zeit habe ich allerlei über diese Kunstform und deren Menschen gesammelt die mich faszinieren und dazu inspiriert haben Puppenspieler zu werden.

Mit dieser kleinen Auswahl meiner persönlichen Vorbilder möchte ich an die KünstlerInnen und deren Arbeit erinnern, die das Puppenspiel bis heute geprägt haben.«

MAX JACOB

Hohnsteiner Puppenspiele

Max Jacob wurde am 10. August 1888 in Bad Ems geboren.
Schon als junger Mann fühlte er sich zur Wandervogelbewegung hingezogen. Auch interessierte er sich für die deutsche Volkskunst. In Hartenstein im Erzgebirge wurde er 1921 Zuschauer eines Puppenspiels. Diese Faszination der darstellenden Kunst ließ ihn nicht wieder los. Er kaufte sich Handpuppen und studierte mit seinem Freund Theo Eggink ein Spielstück ein. An seinem 33. Geburtstag führten Jacob und Eggink vor Publikum ein Puppenspiel auf. Hieraus entwickelten sich »Die Hartensteiner Puppenspiele«.

Zu dieser Zeit war das Puppenspiel nicht gut angesehen. Der Kasper war als derber Geselle auf dem Jahrmarkt zu Hause und prügelte auf der Spielleiste.

Max Jacob, Theo Eggink als Schnitzer und Elisabeth Grünwaldt die Kostümschneiderin reformierten das Kaspertheater. Ein neuer, freundlicher Kasper betrat nun die Puppenbühne. Jacob setzte die Handpuppen als pädagogisches Mittel ohne erhobenen Zeigefinger ein. Somit ließ er die kommenden Jahre auch die erwachsenen Zuschauer in die Spielorte strömen.

Die Spielergruppe vergrößerte sich und 1928 erfolgte der Umzug nach Hohnstein in die sächsische Schweiz. Die Burg Hohnstein wurde Wohn- und Spielstätte der Künstlergruppe. Der Bekanntheitsgrad stieg und ihr Name »Die Hohnsteiner« war geboren.

Während der NS-Zeit mussten Max Jacob und seine Mitarbeiter die Burg verlassen. Sie zogen in ein Mehrfamilienhaus um. Auf Initiative des Bürgermeisters kam es 1933 zur Grundsteinlegung des legendären Kasperhauses wo Max Jacob und Gefährten ein Jahr später einzogen.

Ab 1936 folgten Radiosendungen und Kino-Vorfilme für Kinder. In den kommenden achtzehn Jahren entstanden Rund dreißig Filme.

Für vier Spieltage lockte eine Einladung zur Weltausstellung nach Paris und die Hohnsteiner Puppenspieler wurden mit der Goldmedaille ausgezeichnet.

Während des Zweiten Weltkrieges wurde die Bühne Max Jacob zur Truppenbetreuung an die Ostfront eingesetzt. Max Jacob überlebte die Kriegswirren und ging nach Hamburg. In der Hansestadt begann der Neuanfang seiner Hohnsteiner Bühne. Seine Frau Marie Jacob blieb in Hohnstein.

Im Alter von 65 Jahren verabschiedete sich Jacob als aktiver Puppenspieler und löste seine Bühne auf. Er widmete sich dem Nachwuchs als Dozent für das Handpuppenspiel.

Bundespräsident Theodor Heuss verlieh Max Jacob 1956 das Bundesverdienstkreuz Erster Klasse. Ein Jahr später wurde Jacob einstimmig zum Präsidenten der UNIMA (Union Internationale de la Marionnette) gewählt. Es folgen zwei Wiederwahlen 1960 und 1962.
Max Jacob starb am 8. Dezember 1967 in Hamburg.

Auf dem Friedhof, gleich neben dem Kasperhaus in Hohnstein, sind Max Jacob und seine Frau Marie im sächsischen Hohnstein beigesetzt.

Nach seinem Tode im Jahr 1967 führten drei Hohnsteiner Bühnen das Lebenswerk weiter. Friedrich Arndt, Harald Schwarz und Erich Kürschner trugen den Namen der kleinen Stadt Hohnstein aus der sächsischen Schweiz in die Welt hinaus.
1971 feierten »Die Hohnsteiner« ihr 50-jähriges Jubiläum.

Nachdem die letzte Hohnsteiner- Bühne (Harald Schwarz) aufgelöst wurde, existieren seitdem keine würdigen Nachfolger die einen direkten Draht zu Max Jacob und seinem Hohnsteiner- Stil haben. Viele Puppentheater schmücken sich bis heute mit dem Namen Hohnsteiner, obwohl sie nichts mit dem ursprünglichen Hohnsteiner Puppentheater zu tun haben und auch nicht in deren legitimer Nachfolge arbeiten.

FRIEDRICH ARNDT

Hohnsteiner Puppenspiele | Hamburg

Friedrich Arndt wurde am 9. November 1905 in Hamburg geboren.
Oft nahm ihn sein Vater bei Spaziergängen mit auf dem Spielbudenplatz in St. Pauli wo sie sich volkstümliche Kasperstücke anschauten. Dieses Erlebnis war für Friedrich so ergreifend, dass er seinen Vater bat ein Puppentheater zu bauen. Doch dieser Wunsch wurde ihm nicht erfüllt. Als junger Mann begann er zunächst eine Ausbildung zum Kaufmann. Eines Tages besuchten Friedrich und sein Bruder einen Übungsabend, wo die Kollegen seines Bruders ein Kasperstück probten. Es war eine kleine Laienspielergruppe die für Erwachsene Puppenspiele aufführen wollten. Der Name der Bühne stand unter einem Trägerverein »Deutsche Handpuppenspiele Hamburg«. Nach einiger Zeit löste sich die Spielergruppe auf. Friedrich Arndt blieb dem Puppenspiel treu und baute zusammen mit einem Schulfreund eine eigene Bühne und sein Bruder schnitzte die Puppenköpfe.

Diese Liebe zum Handpuppenspiel pflegte Arndt neben seiner Hauptberuflichen Tätigkeit als Exportkaufmann. Arndt´s Spieler-Gruppe spielte auf Plattdeutsch und nannte sich »Hamborger Poppenspeeler«. 1926 lernte er Anni Stender kennen. Auch sie wurde von der Leidenschaft des Puppenspiels angesteckt. Erst nähte sie die Kleider der Puppen und später wirkte sie auch hinter der Bühne mit. Zusammen spielten sie in Hamburg und in Schleswig-Holstein.

Im Jahr 1928 bekommt Arndt den ersten Kontakt zur Hohnsteiner Bühne unter der Leitung von Max Jacob. Nach der Vorstellung gab Jacob dem damals noch unerfahrenen Arndt freundliche Auskünfte. Von da an versuchte Arndt den Kontakt zu seinem Vorbild Max Jacob beizuhalten.

1932 heiratete er »seine« Anni. Mit den Kriegsjahren wurde Arndt 1939 Soldat. Er wurde durch das Puppenspiel zur Marine versetzt. Hier lehrte er als Dozent das Fach Handpuppenspiel. In Kühlungsborn kamen zufällig Friedrich Arndt und Max Jacob wieder zusammen. Dann wurden beide nach Kiel versetzt und Friedrich hatte die Chance mit seinem Vorbild vor mehreren Marineeinheiten zu spielen.

Am 8.Mai 1945 war der Krieg zu Ende. Max Jacob bot ihm an, Mitarbeiter an seiner Bühne zu werden. Arndt sagte dem Angebot gleich zu und sein Kindheitstraum ging endlich in Erfüllung: Er wurde Berufspuppenspieler. 1949 erfolgte die Gründung seiner eigenen Hohnsteiner Bühne.

Kasperstücke für Kinder und bekannte Klassiker für Erwachsene wie »Das Puppenspiel vom Doktor Faust«, »Der Rubin«, »Das Incognito« oder das pantomimische Spiel »Der klingende Teppich« waren nur einige seiner Erfolgs-Inszinierungen. Ende der 1960er Jahre schloss sich zum letzten Mal der Vorhang seiner Bühne.

Von 1958 bis 1976 wurde »Der Hohnsteiner Kasper« als Hörspielreihe auf Schallplatten verewigt.

1964 suchte das Fernsehen vom Westdeutschen Rundfunk einen Kasperspieler für die Sendereihe »Märchenraten mit Kasperle und René«. Der Schauspieler Peter Rene´ Körner fungierte als menschlicher Partner vom Hohnsteiner Kasper der natürlich von Friedrich Arndt gespielt wurde.
Die Sendungen waren ein voller Erfolg und liefen ganze zehn Jahre im deutschen Kinderfernsehen. Zusammen mit seinen Spielgefährten Irmgard Wesemann, Rudolf Fischer, Wolfgang Buresch, Jochen Weber-Unger und Erich Kürschner leisteten sie einen weiteren Grundstein für das Puppenspiel im Fernsehen.Arndts Frau Anni war die Schöpferin des berühmten Hunds »Wuschel« oder des Fersehhasen »Cäsar«.

Danach war Friedrich Arndt an folgenden WDR-Produktionen »Der Hase Cäsar«, »Lemmi und die Schmöker« und »Robbi, Tobbi und das Fliewatüüt« beteiligt.

Mit seiner Arbeit als Referent, Lehrer und Regisseur war Arndt an jeglichen Seminaren, Schulen und Freien Bildungsstätten sehr gefragt. Sein langjähriges Fachwissen war dem Puppenspielernachwuchs mehr als eine große Hilfe und Unterstützung.

1984 wurde Friedrich Arndt Ehrenmitglied der UNIMA (Union Internationale de la Marionnette).

Am 4. Februar 1985 verstarb Friedrich Arndt in Hamburg.

ERICH KÜRSCHNER

Hohnsteiner Puppenspieler

Erich Kürschner wurde am 21. März 1911 in Rosswein in Sachsen geboren.

Bei einem Gastspiel der Hohnsteiner Puppenspiele in Döbeln lernte der junge Erich den Bühnenleiter und Puppenspieler Max Jacob kennen. Auf dem Weg zu einem Bewerbungsgespräch in Leipzig trafen sie sich ein zweites Mal. Mit erst 19 Jahren reiste Erich Kürschner entschlossen in das sächsische Städtchen Hohnstein, wo er in die Kasperfamilie von Max Jacob und Co. aufgenommen wurde. Er ließ sich als Puppenspieler ausbilden und begann bei Auftritten der Bühnen Hans Wickert und Max Jacob mitzuspielen.

1949 trat er der neu gegründeten Hohnsteiner Puppenbühne von Friedrich Arndt in Hamburg bei. Im Oktober 1962 wurde ihm die Leitung eines eigenen Theaters anvertraut. Zunächst plante er seine Gastspielreisen von der Stadt Enger bei Herford. Danach siedelte seine Bühne nach Essen ins Ruhrgebiet. Mit seinem Partner Helmut Althoff spielte er ausschließlich in Kindergärten und Grundschulen. Seine Auftritte führten von Deutschland bis Südamerika.

Am 17. Juli 1977 verstarb Erich Kürschner in seiner kleinen Wohnung in der Holsterhauser Straße 23.

IRMGARD WAßMANN

Hohnsteiner Puppenspielerin | geborene Wesemann

Die am 4. Februar 1926 in Hamburg geborene Irmgard Wesemann ist eine Vollblutmusikerin im Klavier- und Akkordeonspiel.

Die mit 19 Jahren von Max Jacob als Musikerin und Assistentin der Hohnsteiner Puppenbühne Angestellte, wurde durch einen zufälligen »Spieleinsatz« zur Puppenspielerin. Bei Dreharbeiten eines neuen Hohnsteiner Kasper-Filmes wurde die Figur der Prinzessin von einem Mann gespielt. Das gefiel dem Regisseur gar nicht. So musste die zurückhaltende Hamburgerin, die eigentlich für die Gewittergeräusche mit dem Donnerblech zuständig war, einspringen. Seitdem spielte Irmgard Wesemann, mit ihrem bislang »versteckten« Talent, die weiblichen (manchmal auch männlichen) Charaktere, wie die Gretel, Großmutter, Hexe oder Hofdame.

1949 wechselte sie zur neugegründeten Hohnsteiner Bühne von Friedrich Arndt. Zusammen mit dem Puppenspieler Claus Gräwe bildeten sie die erste Spielgruppe für Hamburg.

1959 heiratete sie Herbert Waßmann und beendete damit ihre Puppenspiel- Tätigkeit.
Während der Fernseharbeit »Kasper und René«(1965-1975) wirkte sie zwischendurch als Puppenspielerin und Assistentin im Hintergrund mit.

Zudem lieh sie ihre unverkennbare Stimme als Sprecherin in der Hörspielreihe »Der Hohnsteiner Kasper«, zusammen mit Rudolf Fischer, Wolfgang Buresch, Max Jacob und Friedrich Arndt.
Irmgard Waßmann verstarb am 10. September 2010 im Altenheim Hamburg-Hummelsbüttel.

WOLFGANG BURESCH

Puppenspieler | Sprecher | Regisseur | Autor

Wolfgang Buresch ist am 4. Februar 1941 in Kiel geboren.

Mitte der 1950er Jahre begann der »Kieler Jung« eine Puppenspieler- Ausbildung an der Hohnsteiner Puppenbühne von Harald Schwarz. Da der jugendliche Buresch es nicht aushielt in den ersten Lernschritten unter den strengen Augen des Bühnenleiters »nur« beim Spiel hinter der Bühne zuzugucken und zu assistieren, entschloss Friedrich Arndt (Bühne Hamburg) 1959 den »flinken Sprössling« bei sich aufzunehmen.

Wolfgang Buresch hatte die Gabe mit seiner unvergleichlichen Stimmenauswahl die unterschiedlichsten Charaktere zu spielen. Sei es der humorvolle Seppel, die neugierige Klatschtante von Nebenan oder der hinterhältige Teufel Mephisto aus dem Stück »Doktor Faust«. Er gab den Holzköpfen nicht nur seine Stimme, sondern auch Seele und reine Lebenslust.

Nach erst vier Jahren entschloss er sich zunächst den Puppenkoffer zuzumachen.
Als Friedrich Arndt 1965 weitere Mitspieler für die Kindersendung »Märchenraten mit Kasperle und René« suchte, wurde Buresch mit ins Team geholt. Seitdem ist er beim Fernsehen geblieben und wurde mit der Sendung »Der Hase Cäsar« deutschlandweit bekannt. Weitere Produktionen wie »Maxifant & Minifant«, »Plumpaquatsch« oder »Emm wie Meikel« prägten das Puppenspiel im Deutschen Fernsehen.

Von 1971 bis 2002 war Wolfgang Buresch Fernsehredakteur beim NDR. Noch heute ist er als freier Autor, Regisseur und Coach fürs Puppenspiel in Hamburg tätig.

HARALD SCHWARZ

Hohnsteiner Puppenspiele | Essen

Harald Schwarz wurde 1921 in Teplitz- Schönau (Tschechoslowakei) geboren. Schwarz war schon in seiner Jugend von der Musik und dem Theater fasziniert. Noch vor seinem Abitur begann er den damals noch seltenen Beruf des Puppenspielers zu erlernen. So kam er mit dem Hohnsteiner- Gründer Max Jacob zusammen.

Seit 1939 gehörte Harald Schwarz als Mitspieler zum Hohnsteiner Kreis.

1945 wurde die zweite Hohnsteiner Bühne unter seiner Leitung gegründet. Ihren Sitz hatte sie seitdem in Essen im Ruhrgebiet.

Mit seiner eigenen Bühne wandte er sich vom typischen Hohnsteiner- Stil Jacob´s ab und begann mit großformatigen Stabpuppen aus Prag zu arbeiten. Sein ständiger Kampf gegen andere Bühnen die sich mit dem Namen »Hohnsteiner« schmückten, waren für den letzten Hohnsteiner Bühnenleiter eine ständige Belastung. Mit seinem Reisetheater begeisterte er sein Publikum in Deutschland, Italien, USA, Südamerika und in Tschechien. Nebenbei fungierte er als Texter, Musiker und Ratgeber für Nachwuchspuppenspieler.

Harald Schwarz verstarb unerwartet am 11. Oktober 1995 vor einer Kindervorstellung während eines Spazierganges in Svitavy (Tschechien). Mit ihm endete die letzte Bühne und zugleich Geschichte der legendären Hohnsteiner Puppenspiele.

RUDOLF FISCHER

Darmstädter Puppenspiele

Der am 27. April 1920 in Frankfurt am Main (Hessen) geborene Rudolf Fischer begann seine Arbeit als Puppenspieler 1933 bei Max Jacob.

Schon bald hatte er den Wunsch sich mit einer eigenen Bühne selbstständig zu machen. 1947 gründete er seine erste Bühne mit dem Namen »Die Königsteiner« und begann 1953 mit seinem »Darmstädter Puppentheater« die Kinder und Erwachsenen mit den Inszenierungen »Der Kleine Prinz«, »Das Haus der Zivilation« oder »Des Kaisers neue Kleider« zu begeistern.

Mit dem Entschluss auf die Hohnsteiner Puppen zu verzichten und sich auf eigene Figuren oder Puppen von Lore Lafin zu wenden, entstand zugleich sein eigener Spielstil, der äußerst auf das Publikum einging und dadurch improvisierte. Zusammen mit seiner Ehefrau Erika bereisten sie mit ihrem Reisetheater die gesamte Bundesrepublik Deutschland.

Ab 1965 war er durch die Zusammenarbeit mit Friedrich Arndt und Wolfgang Buresch in der Sendereihe »Kasper und René« im Deutschen Fernsehen als Puppenspieler an vielen Produktionen beteiligt. Kindersendungen wie »Der Spatz vom Wallrafplatz«, »Maxifant & Minifant«, »Stoffel und Wolfgang« oder »Robbi, Tobbi und das Fliewatüüt« sind die wohl die bekanntesten Werke Fischers.

Rudolf Fischer verstarb nach längerer Krankheit am 12. Dezember 1998 in seinem Wohnhaus in Bensberg (Bergisch Gladbach).

THEO EGGINK

Puppenbildner

Theo Eggink wurde am 7. Juni 1901 in Riga geboren. Er gehörte der Wandervogelbewegung an und war Holzbildhauer. Seine Arbeiten prägten eine Kunstrichtung, nämlich die hohe Kunst des Schnitzens von Puppenköpfen für das Puppenspiel. Eggink lernte Anfang der 1920er Jahre den Puppenspieler Max Jacob in der Wandervogelbewegung kennen. Er schnitzte zunächst mit einem Taschenmesser die ersten Köpfe für Max Jacob. Ebenfalls war Eggink der erste Mitspieler von Jacob bei den Hartensteiner Puppenspielen. Er verließ die Bühne um Max Jacob, denn er ging seinem Wunsch, Holzbildhauer zu werden, nach. Seine Köpfe überzeugten die Fachleute in der Dresdner Kunstakademie, so dass Eggink im Jahr 1924 nach Dresden wechselte und Meisterschüler von Professor Winde wurde. Für die Bühne Max Jacob schnitzte er als Stammschnitzer weiter.

Theo Eggink und Max Jacob reformierten den rauen Kasper vom Jahrmarkt und ließen im äußeren Aussehen einen neuen Kasper-Charakter entstehen. Auf der Spielleiste saß nun ein freundlicher, ruhiger und überzeugender Freund der Kinder. In den vielen Jahren des künstlerischen Schaffens, ließ Eggink hunderte von Charakter- und Phantasieköpfe entstehen.

Seine Arbeiten signierte er nie. Im Alter von 63 Jahren, verstarb Theo Eggink am 30. Juni 1965 in Hohnstein. Auf dem kleinen Friedhof in der Nähe des Kasperhauses fand er seine letzte Ruhe.

TILL DE KOCK

Puppenbildner

Till de Kock, geboren im Jahre 1915, ist einer der bekanntesten Holzbildhauer und Figurenbildner. Nach Theo Eggink als Stammschnitzer der Hohnsteiner Puppenspiele, war er der zweite Schnitzer. Die besonderen Sätze an Köpfen im Hohnsteiner Stil, waren für die Bühne von Friedrich Arndt in Hamburg geschaffen. Puppen für Hohnsteiner Filme und für die WDR Kindersendungen »Kasper und Rene« verließen das Atelier von Till de Kock.

Im Laufe der gut 60 Jahre seines Schaffens als Holzbildhauer, gestaltete de Kock rund 30.000 Handpuppen, Stabfiguren und Marionetten.

Zunächst fertigte er die Puppen in Kiel- Schilksee und später in Bad Lauterberg im Harz. In Anlehnung vom Eggink- Stil fertigte de Kock seinen eigenen Hohnsteiner Schnitzstil, das auch sein Markenzeichen blieb. Noch heute trifft man Figuren von Till de Kock auf zahlreichen Puppenbühnen.

Im Jahr 2003 beendete Till de Kock sein künstlerisches Handwerk und schloss sein Atelier im 88. Lebensjahr. Im hohen Alter von 95 Jahren verstarb Till de Kock am 03. November 2010 im Harz.

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